Schnitzkunst aus dem Erzgebirge

Erzgebirgische Volkskunst ist weltbekannt...

Jahrhundertealte, lebendige Traditionen, bergmännisches Brauchtum vergangener Zeiten, handwerkliches Geschick und die tiefe Liebe des Erzgebirgers zu seiner Heimat haben unverwechselbar und unnachahmlich die schönen Erzeugnisse des volkskünstlerischen Schaffens im Erzgebirge geformt.

Pyramiden, Hängeleuchter (Leuchterspinnen) und Schwibbogen sind traditionell überlieferte Elemente des Brauchkreises um Weihnachten und am Jahresende, in denen das Licht für den Menschen Hoffnung auf ein gutes Jahr, auf Gesundheit, soziale Geborgenheit und Frieden ausdrückt.

Historisch belegt ist, dass erzgebirgische Volkskünstler aus einer bereits früher in verschiedenen deutschen Landschaften vorhandenen Altform der Pyramide erst um 1800 die für das Erzgebirge charakteristische Drehpyramide entwickelten. Sicher hat dabei das Prinzip des im Bergbau seit 1500 gebräuchlichen Pferdegöpels den Schnitzer zur Gestaltung angeregt.

Ganz allgemein verstehen wir unter Pyramiden mit Kerzen oder Öllämpchen und Schmuckwerk versehene Holzgestelle, deren vier Streben mit Buntpapier oder immergrünen Zweigen umwickelt sind. Diese einfache Pyramidenform ist der Vorläufer des Tannenbaums. Ursprünglich war sie zum Aufhängen an der Decke bestimmt und damit der Lichterkrone (Leuchterspinne) verwandt.

1945 wurde von meinem Vater, Fritz Reuter, die "Greifensteinpyramide" entworfen. Als natürliches Vorbild dienten dabei die Greifensteine, ein beliebtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet, unweit von Jahnsbach.
Auf einem Berg gelegen türmen sich inmitten des Erzgebirgswaldes Granitfelsblöcke 32 m hoch.
Diese Natursehenswürdigkeit ist in einem Lindenholzstamm als Pyramide nachgebildet.

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